Ansprache zur Eröffnung des XIX. Generalkapitels der Salvatorianerinnen
Schwester Therezinha Rasera, Generaloberin
Rom, 5. November 2006

Liebe Schwestern Kapitularinnen,
Lieber Pater Dennis Thiessen SDS, Moderator des XIX. Generalkapitels
Lieber Pater Joao Batista Libânio, Referent 
und Moderator während der ersten Woche des Kapitels,
Liebe Schwestern, die zu einem besonderen Dienst für den ruhigen Ablauf des Kapitels eingeladen wurden,
Liebe Übersetzerinnen und weitere Gäste!

Mit großer Freude und tiefer Dankbarkeit gegen Gott heiße ich Sie alle im Namen des Generalates ganz persönlich willkommen. Voller Freude und Hoffnung, rufe ich Ihnen allen ein herzliches "Willkommen" zu!

Wir sind hier, in diesem XIX. Generalkapitel der Kongregation, gemeinsam und in der Gegenwart Jesu, des Heilandes, sowie im Namen aller Salvatorianerinnen, unserer Novizinnen und Kandidatinnen, um das zum Leben zu bringen, was der Hl. Geist uns eingeben wird.

Der Kapitelprozess hat vor mehr als einem Jahr begonnen, und es war eine Freude, die aktive und intensive Teilnahme jeder Einheit der Kongregation zu sehen. Solch eine Dynamik, Verbundenheit und solch ein Verantwortungsbewusstsein sind ein Ansporn und ein Zeichen, dass wir bemüht sind, dynamisch, treu und mutig unser Salvatorianisches Charisma in den verschiedensten Situationen, in denen wir den Menschen dienen, zu leben.

Ich danke Ihnen, liebe Schwestern, für Ihr frohes Schaffen, Ihre Ausdauer und Treue und für Ihren apostolisch/missionarischen Einsatz, den Sie alle persönlich geleistet haben, auch wenn dies oft im Schatten des Kreuzes geschah. In den fünf Jahren unseres gemeinsamen Weges hatten wir als Mitglieder des Generalates die Gnade, alle Schwestern der Kongregation und die Mission jeder Einheit mit ihren Möglichkeiten und Herausforderungen persönlich kennen zu lernen. Nun erreichen wir in tiefer innerer Ergriffenheit mit diesem Generalkapitel das Ende unserer Sendung.

Das Generalkapitel ist eine ganz besondere Zeit für Austausch und gemeinsames Horchen auf die Stimme des Geistes.
Es schenkt uns Raum, um unsere Liebe und Begeisterung für den Herrn und sein Reich zu stärken.
Es ist eine spezielle Zusammenkunft, bei der wir einander besser kennen und lieben lernen können.
Es ist eine außergewöhnliche Zeit des gemeinsamen Suchens nach Gottes Willen, eine Zeit der offenen Herzen und Gedanken, in der wir dem Hl. Geist die Möglichkeit geben, alles, was uns vielleicht trennt - die Barrieren und Mauern, alle festgefahrenen Ideen und vorgefassten Meinungen, die Ängste und den Unglauben zu überwinden. 
Es ist eine Zeit, in der wir dem Hl. Geist die Möglichkeit geben, uns auf das eine Ziel hin zu vereinen: dem treu zu sein, zu dem Gott uns als Ihm geweihte Menschen herausfordert, die wir in einer Welt leben, die in ihren vielfältigen Situationen von Armut und Leid lautstark nach Gerechtigkeit ruft.

Liebe Kapitularinnen, wir, die wir hier sind, wurden von unseren Mitschwestern gesandt. Niemand von uns kam in ihrem eigenen Namen; wir kamen durch das Vertrauen anderer, die uns gewählt haben; und das ist nicht nur ein menschlicher Akt, um unsere Satzungen zu erfüllen. Nein, uns hat eine Tat des Geistes zusammengeführt, denn der Geist wirkt durch Menschen. Deswegen haben wir die Verantwortung, diesen geschichtlichen Augenblick zu leben und das Licht des Geistes willkommen zu heißen, das uns führen wird.

Das Thema unseres XIX. Generalkapitels

"Salvatorianische Frauen - solidarisch - für Hoffnung und Leben",

wurde einstimmig von den Koordinatorinnen der Einheiten während des Treffens unseres Kongregationsrates im Juli 2004 in Rom ausgewählt. Wir können sagen, dass dieses Thema nicht nur zeitgemäß, sondern dringend ist! Während des Kongregationsrates überdachten und beteten wir intensiv die Situation unserer Salvatorianischen Welt, wie sie in den Berichten der Einheiten beschrieben wurde. Wir dürfen sagen, dass wir Salvatorianerinnen konkrete Antworten auf die Nöte der Menschen geben, wo immer wir sind. Es war klar, dass sich alle Einheiten den Sendungsprioritäten des letzten Generalkapitels verpflichtet fühlen, besonders indem sie sich den beiden Aspekten - der Situation ausgegrenzter Frauen und Kinder widmen.

In der Vorbereitung auf dieses XIX. Generalkapitel wurden wir als Kongregation durch den Hl. Geist darin bestärkt und dazu aufgefordert, die einzelnen Elemente dieses Themas zu vertiefen. Wir haben dies auf der persönlichen und gemeinschaftlichen Ebene mit offenem und aufmerksamen Herzen getan, durch Studium, kritische Analyse, durch Bereitschaft und Kreativität, um in der Art und Weise, wie wir unser Ordensleben und unsere Salvatorianische Sendung leben, tiefgehende Veränderungen zu verwirklichen.

Während dieser Zeit habe ich über die Bedeutung jedes einzelnen Elements unseres Themas und seine Auswirkung auf den Prozess des heutigen Neu-Gründens unseres Salvatorianischen Charismas nachgedacht. Die Berufung des Propheten Jeremia und die Sendung, die ihm von Jahwe übertragen wurde, ist mir oft in den Sinn gekommen: "Sieh her! Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen." (Jer 1,10) Unser Thema hat etwas mit dem Traum zu tun, den wir gemeinsam haben:

1. Frauen zu sein, die sich selbst entdecken in dieser auf männliche Vorstellungen, Strukturen und Sprache konzentrierten Welt, die so oft unsere Gaben und fraulichen Möglichkeiten ausschließen. Als Frauen träumen wir davon, unsere Identität und unsere Sendung auf dieser Erde voll zu leben. Wir träumen davon, die Entzweiung und die Stereotypen der Geschlechter zu überwinden, die uns über Jahrhunderte von einer Gesellschaft auferlegt wurden, die in uns Wesen sieht, die unfähig sind zu denken, zerbrechliche Wesen, erniedrigt, um verlacht, missbraucht, und in Körper, Herz und Verstand vergewaltigt zu werden. Aus diesem Grund hat Gottes Wort an Jeremia heute für uns eine Bedeutung: dass wir im Innersten unseres Herzens die Identifikation mit diesen negativen Modellen des Fraulichen vernichten, die uns von unseren Kulturen auferlegt wurden, und neue, echt menschliche Beziehungen zwischen den Geschlechtern aufbauen.

2. Salvatorianerinnen - unser frauliches Sein hat eine Qualität, die kein Privileg, sondern vielmehr ein persönlicher Ruf Gottes ist. Wir können nicht wählen, als Frauen geboren zu werden, aber wir können wählen, salvatorianische Frauen zu sein. Wie Jeremia, so sendet Gott auch uns zu etwas Besonderem! Unsere Berufung ist eine historische Berufung, "geboren" in einer konkreten Situation, nämlich damals als ein Mann, Pater Jordan, offenen Herzens den Ruf Gottes, die universelle Botschaft vom Heil in Christus weiterzutragen, empfing und in Treue erfüllte. Begleitet von der Kraft und Treue einer besonderen Frau, Maria von den Aposteln, zu dieser selben Berufung, haben sie uns dieses Erbe, das Salvatorianische Charisma, überlassen. Eine Salvatorianische Frau zu sein, ist eine besondere Weise, Frau in der Welt und in der Kirche zu sein; sie ruft uns zu ständiger Arbeit an unserem Sein und unserem Handeln, indem wir unsere Identität niederreißen und neu aufbauen, damit wir maßgeblichen Einfluss haben und unsere besondere Berufung leben können. 

3. Solidarität - die Eigenschaft, solidarisch zu sein, konfrontiert uns in diesem historischen Augenblick mit einem Aspekt prophetischen Handelns, der am tiefsten und gefährlichsten ist. Denn wir erleben auf unserem Planeten eine beispiellose Krise, die durch den Epochenwechsel, aber besonders durch das globalisierte kapitalistische System verursacht wird, das die Menschheit und die ganze Schöpfung ausbeutet - zur Schaffung von Reichtum. Es ist jedoch ein Reichtum, der nicht geteilt wird, und daher Trennung, Krieg und Gegensätze hervorbringt, sowie immense Völkerwanderungen im Ringen um Überlebenschancen; ein Reichtum, der Menschen, ja ganze Kontinente zu Sklaven macht, um die Privilegien und die Macht einiger weniger zu erhalten. Es ist gefährlich, in dieser Welt solidarisch zu sein, denn die Solidarität stellt zu allererst die derzeitige Praxis, die Welt zu regieren und zu ordnen in Frage. Jedoch, Solidarität ist eine menschliche Eigenschaft, die im tiefsten Herzen von Frauen und Männern wohnt. Wir alle haben die Erfahrung gemacht, dass eine Geste der Solidarität leicht zu einer anderen führt, und noch zu einer anderen... Gott hat uns Frauen eine besondere Gabe der Feinfühligkeit für andere geschenkt, weil wir in unserer Natur und unserem Sein zur Mutterschaft berufen sind. Die Fähigkeit, Mutter zu sein, hat unseren Leib mit tausenden von besonderen Sensoren ausgestattet, die mit unserem Herzen und unserem Geist verbunden sind, um das aufzunehmen, was in der Welt um uns geschieht. Diese Feinfühligkeit drückt sich auch in unserem Handeln aus, in unserem Verlangen, andere dort zu treffen, wo sie sind. Diese, und andere frauliche Gaben, die mit dem Aus-uns-Herausgehen zu tun haben, sind eng mit der prophetischen Solidarität verbunden, und wir müssen sie so weit wie nur möglich entwickeln, wie wir es am Beispiel des Propheten sehen können: "O mein Leib! Ich winde mich vor Schmerz. O meines Herzens Wände! ...ich kann nicht schweigen." (Jer 4,19)

4. Für Hoffnung - in unserer von großem Schmerz, von Kriegen und Katastrophen charakterisierten Welt, in der wir durch die Medien täglich unaussprechliche Gräuel miterleben, ist Hoffnung äußerst dringend. Mit uns selbst beginnend, sehen wir also, wie notwendig es ist, die Bedeutung unserer Hoffnung neu zu entdecken. Die Bedeutung der Hoffnung ist in Jesus Christus verwurzelt, der gestorben und auferstanden ist. Die Menschen in Galiläa, ein Volk, das im Schatten des Todes lebte, wie Matthäus (4,15) beschreibt, haben ein großes Licht gesehen - Jesus! Er ist das Zeichen der Hoffnung für ein ausgegrenztes Volk. Als die Jünger zu Jesus kamen und Ihn fragten: "..Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?", erklärte er nichts, sondern lud sie ein, die konkreten Zeichen der Hoffnung zu sehen und zu hören: "...Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet." (Mt 11,3-6). Die Hoffnung hat etwas zu tun mit einer Mystik - begründet im Reich Gottes, das Jesus verkündet hat - sie ist eine geheimnisvolle und mächtige Lebenskraft aber auch eine konkrete Tat, durch die sie sichtbar und erfahrbar wird. Die prophetische Hoffnung birgt für uns Salvatorianerinnen eine dringende Pflicht, weil unsere Mitmenschen aufgerichtet werden müssen, und ihre innere Kraft gestärkt, damit sie glauben können, dass eine andere Welt möglich ist.

5. Für Leben - der Aufruf unseres Themas zu prophetischem Handeln für das Leben, hat enge Verbindung mit den Grundlagen unseres Charismas, und darum ist es uns bekannt. Wenn wir das Geistliche Tagebuch Pater Jordans, unseres Gründers, lesen, können wir eine Entwicklung in seinem Verständnis von Gottes Willen sehen. Er ist hineingenommen und erfüllt von der Situation seiner Zeit; er sieht und hört die Schreie, die sich erheben. Er gibt dem, was er sieht, einen Namen und nennt es eine verdorbene Zeit (GTB I 61,3), ein "Thal der Zähren" (GTB I 61,4). Von den ersten Zeilen seines Tagebuches an, wird das Element des Lebens ein kraftvoller Aspekt seiner Spiritualität bleiben, und eines der wichtigsten Elemente des Salvatorianischen Charismas. 

So scheint es uns, dass Pater Jordan in die unbeschreibliche Wirklichkeit eingedrungen ist, die der ganzen Bedeutung des Lebens zugrunde liegt: das Leben ist ewig! Im Licht des Paradoxes der Endlichkeit und der Relativität der menschlichen Erfahrung, hinterfragt er mit dem Psalmisten die Bedeutung des Lebens: "Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkest?" (GTB I l,5) Im selben Abschnitt seines Tagebuches schreibt er über diese Bedeutung: Er (der Herr) hat ihn heimgesucht mit seiner Gnade." Und weiter unten wird er seine Erfahrung in diesem schönen Wort zusammenfassen: "Richte doch hinauf deine Blicke, wo dir die ewigen Freunde die himmlische Heimath stets zeigen! Suche dem zu gefallen, bei dem du ewig bleiben darfst." (GTB I 2,14-15) Ein tiefes Gewahrsein, dass das Leben ewig ist, weil es seinen Ursprung und seine Bedeutung in Gottes Ewigkeit hat, scheint auf dem sich entfaltenden Lebensweg Jordans zentral zu sein.

Wir müssen überlegen, was das Leben in Jordans Erfahrung ist. Es scheint, dass die Grundlage dafür immer einen Ausdruck im Johannesevangelium findet, in dem Leben Licht ist und Leben Liebe ist: das Leben war das Licht der Menschen; ein Licht, das in der Finsternis leuchtet. (s. Joh 1,4-5) Das Licht ist Christus, der durch die Perversität der Welt hindurchleuchtet! Wir können im ganzen Geistlichen Tagebuch und in anderen Schriften Pater Jordans betrachten, dass die so oft von ihm benutzten Bilder des ‚lodernden Feuers' und des ‚Lichtes als eine Fackel', gut ausdrücken, was in seinem Herzen lebendig war. Aus diesen Bildern können wir seine Begeisterung erkennen, seine apostolische Kühnheit, seine Durchhaltekraft und Beharrlichkeit, seine innere Kraft, die vor nichts zurückschreckt. Seine Augen auf den Horizont gerichtet, geht er entschieden voran bis zum Ende, und tritt dem entgegen, was uns zu konfrontieren menschlich unmöglich scheint.

Pater Jordan sieht die Ewigkeit nicht als eine zukünftige, ferne Wirklichkeit; und das entspricht wirklich kaum gewissem theologischen Denken seiner Zeit. Er misst das Leben mit einem anderen Mass. Die Ewigkeit ist vor allem etwas des Hier und Jetzt des menschlichen Lebens. "Das ist das ewige Leben, dich, den einen wahren Gott, zu erkennen, und Jesus Christus, den du gesandt hast." (Joh 17,3) Später, wenn er seinen geistlichen Pakt macht, wird er den ganzen Kosmos in diesen Gedanken einschließen: das Geschöpf vertraut alle Geschöpfe Seiner Macht an, d.h. "alle gegenwärtigen und zukünftigen Menschen, damit sie Ihn erkennen und lieben und Ihm dienen, und so sich selbst retten. Das Geschöpf schließt auch die unvernünftigen Geschöpfe zum Dienst des allmächtigen Gottes mit ein." (GT I,202). Das Leben steht im Mittelpunkt - alles Leben, das menschliche Leben und das Leben des Kosmos. 

Das Recht auf Leben ist das erste und fundamentalste Recht der Menschheit und aller Geschöpfe. Alle anderen Rechte folgen aus diesem. Es ist auch ein natürliches Recht, das der menschlichen Natur zutiefst zugehört, und sogar Vorrang vor der Freiheit hat. Die erste Verantwortung der menschlichen Freiheit ist, verantwortungsbewusst, vor allem die Sorge für das eigene Leben und das Leben des ganzen Universums zu übernehmen. Hiermit, schließt das Recht auf Leben auch eine Verpflichtung ein, denn das Leben ist kein persönlicher Besitz. Gott, der Schöpfer ist der Herr über alles Leben und über die ganze Schöpfung. Das Leben steht im Mittelpunkt der Botschaft Jesu, "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben!" (Joh 10,10). Aus diesem Grund ist die Sorge für das Leben der wahre Mittelpunkt unserer Salvatorianischen Identität, Berufung und Sendung.

Meine lieben Schwestern, die Sie in diesen Tagen hier im Namen der ganzen Kongregation zusammengekommen sind, mögen wir fähig sein, auf unserem Weg zwei wichtige Schritte zu machen: einen Schritt hinaus aus unserem derzeitigen geschichtlichen Augenblick, und einen zweiten Schritt hinein in das Wesen unserer salvatorianischen Berufung, um so
- Über ein traditionelles, aktivistisches, selbst-herrliches und sicheres Ordensleben hinauszugehen, auf ein Ordensleben zu, das demütig, einfach, wirklich menschlich ist, und das Schicksal der Armen teilt;
- Über eine Spiritualität hinauszugehen, die ihren Mittelpunkt in unserem eigenen Sein hat, aus vielen Worten besteht, und weit entfernt ist von der Realität des Lebens; auf eine Mystik zu, die ihre Grundlage im Wort Gottes hat und unsere Leidenschaft für Gott und die Menschheit nährt. 
- Über ein professionelles und gut angepasstes Ordensleben mit seinen Regeln und Systemen hinauszugehen, auf ein Ordensleben zu, das prophetisch ist, mutig, und das bewusst neue Alternativen aufzeigt für eine mögliche neue Welt.
- Über die Angebote und Versuchungen des Konsumismus, des Säkularismus und Individualismus hinauszugehen, auf ein Ordensleben zu, das sich darauf konzentriert, die Würde des menschlichen Lebens und der ganzen Schöpfung zu verteidigen;
- Über die oberflächlichen Ausdrücke hinweg auf ein Ordensleben zuzugehen, das von innen her lebt, vom Wesen des menschlichen Herzens, und das seine menschlich-machende Kraft und seine Liebesfähigkeit voll ausschöpft;
- Über das Sichere und Bestehende hinauszugehen, um an den gefährlichen und herausfordernden Grenzen zu leben, wo die Ausgegrenzten unserer Welt nach uns schreien, und von uns ein weniger strukturiertes, weniger bürokratisches, ärmeres Ordensleben fordern, aber eines, das freier ist, mehr wie das eines Pilgers, wie der schnelle Adler, das Licht des Morgens...
- Über unsere Ängste und menschlichen Grenzen hinauszugehen, um uns von Gott formen, umformen und retten zu lassen, und uns immer wieder in jedwede Situation unseres Lebens schicken zu lassen, damit wir glaubwürdige und leuchtende Zeichen des Evangeliums Christi, unseres Heilandes, sein können.

Mit diesen Worten möchte ich Sie einladen, in eine Atmosphäre des Gebetes, der Offenheit, der Feinfühligkeit und des respektvollen Hörens auf einander, und der Achtsamkeit auf das Wirken des Heiligen Geistes in uns einzutreten.

Indem ich um den Segen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, den Schutz Marias, der Mutter des Heilandes, und um die Fürbitte unseres Gründers, Pater Franziskus Maria vom Kreuz Jordan und der Seligen Maria von den Aposteln bitte,

erkläre ich das XIX. Generalkapitel der Schwestern vom Göttlichen Heiland - Salvatorianerinnen - als eröffnet.

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