Prioritäten für unsere Sendung
Wir, die salvatorianischen Ordensfrauen und Mitglieder des 18. Generalkapitels, hören den Schrei von Frauen durch die Jahrhunderte – Jahrhunderte, die von Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung geprägt sind, indem wir wie unsere Gründer auf die Nöte der Welt achten. Wir wollen zur Schöpfungsabsicht zurückkehren, wie sie in der Genesis verkündet ist – Mann und Frau, wurden zur Partnerschaft geschaffen, um gleichwertig den Schöpfungsplan Gottes zu erfüllen. Um das zu tun, besinnen wir uns neu auf unsere von Gott gegebene Würde und treten ein in einen Prozess des Heils für die Frauen, wie es in der Erklärung der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen vom 13. Mai 2001 dargelegt wurde.

Vereint mit einer Million anderer Ordensfrauen aus der ganzen Welt erklären wir öffentlich unseren Entschluss, auf allen Ebenen nachdrücklich den Missbrauch und die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern anzuprangern. Dabei richtet sich unser Augenmerk besonders auf den Frauenhandel, der ein lukratives, multinationales Geschäft geworden ist.
(Lesen Sie hierzu die Erzählung einer Salvatorianerin.)

African Mother
Ein Kind aus Tansania (links), eine Frau und Kinder aus Indien (rechts) und viele andere Menschen in der ganzen Welt suchen Hoffnung bei den Salvatorianerinnen. Village in Andrah Pradesh, India

Ausgehend von unserer langen Tradition als Erzieherinnen werden wir die Erziehung und Ausbildung von Frauen weiterhin fördern, indem wir sowohl unsere personellen wie finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen, um eine ganzheitliche Entfaltung von Frauen in jedem Lebensabschnitt sicherzustellen und sie zu befähigen, innere Stärke zu entwickeln und ihre gottgeschenkten Gaben zur Förderung und Verbesserung des Lebens schätzen zu lernen.

Wir erklären unsere Solidarität mit den ärmsten Ländern und werden uns bemühen, uns für den internationalen Schuldenerlass einzusetzen. Wir widersetzen uns der endlosen Fortsetzung von Krieg und Gewalt und rufen die Verantwortlichen von Regierungen und multinationalen Konzernen auf, den Kauf und Verkauf von Waffen zu stoppen.

Wir setzen uns für die Bewahrung unserer Mutter Erde ein, um das zerstörerische Verhalten zu beenden, das Ursache für Erderwärmung und Klimaveränderung ist und alle Formen des Lebens auf unserem Planeten bedroht.

Wir bekräftigen unseren Entschluss, in Solidarität zusammenzuarbeiten, indem wir uns untereinander und mit bereits bestehenden Organisationen innerhalb der Kirchen und der Gesellschaft vernetzen, die ähnliche Anliegen verfolgen.

Wir fordern jede Einheit auf, entschieden auf diese Anliegen zu antworten, je nach ihren Ressourcen und den Möglichkeiten ihrer Kultur.

Wegen der Dringlichkeit dieser Nöte und der Begrenztheit unserer Ressourcen, werden wir die Methoden unseres apostolischen Handelns, unsere Apostolate, und die verwendeten Mittel überprüfen (kritisch analysieren), um Methoden zu entwickeln, die möglichst effizient sind und heute mehr benötigt werden. Wir müssen den Mut zu den nötigen Änderungen aufbringen.

 

Eine Salvatorianerin schenkt philippinischen Familien Freundschaft und geistliche Begleitung.
Filipino Sister visits local women.

Identität
Um diese Sendungsprioritäten umzusetzen, wollen wir unser salvatorianisches Leben neu gründen. Unsere frühere Ausbildung als Salvatorianerinnen hat uns für eine vergangene Zeit vorbereitet, die durch ein neues Jahrhundert abgelöst wurde. Aus diesem Grunde sind wir bereit zu einem neuerlichen Prozess der Umkehr, indem wir uns auf das Wesentliche unseres Charismas konzentrieren und unser Leben durch die Herausforderungen der Zeit neu prägen lassen. Am Beginn dieses Prozesses schöpfen wir tief aus unseren salvatorianischen Quellen, indem wir:

  • unsere Leidenschaft für Gott wieder entdecken;
  • uns zu unserem Frausein bekennen, wobei wir eine Salvatorianische Gewissenserforschung anwenden;
  • zutiefst kontemplativ und zutiefst aktiv sind;
  • ein kritisches und prophetisches Bewusstsein durch gemeinsames Bibelgespräch weiter entwickeln;
  • uns durch die Armen evangelisieren lassen;
  • unser salvatorianisches Erbe des mutigen Vertrauens auf die Göttliche Vorsehung, den missionarischen Eifer für alle Völker und Kulturen sowie den Glauben an das Kreuz, das zur Auferstehung wird, vertiefen.

Wir erkennen den Hunger der Welt nach den Werten, die wir durch die grundlegenden Elemente unseres Lebens bezeugen; so sind wir bereit, unsere Gelübde und unser Gemeinschaftsleben als wesentlichen Teil unserer Sendung zu leben.

Wir wollen:

  • die soziale und politische Dimension unserer Gelübde betonen, um die Betonung der persönlichen Dimension bei der früheren Ausbildung auszugleichen.
  • unsere Gemeinschaften öffnen, damit sie Orte sind, an denen Leben und Glauben mit
    Salvatorianern, Salvatorianischen Laien und anderen geteilt werden.

Indem wir zwischen der zweifachen Dynamik nach innen und nach außen, die die Flexibilität unseres Gemeinschaftslebens mit sich bringt, ein Gleichgewicht wahren, stärken wir uns selbst und jene mit denen wir Leben und Dienst teilen.

Wir vertiefen den begonnenen Weg der Zusammenarbeit mit all diesen Menschen, um so unsere Sendung wirkungsvoller zu leben.

Taiwan village Frauen und Kinder in den ländlichen Gebieten Taiwans werden ermutigt durch die Besuche von Salvatorianern und Salvatorianerinnen.