Deklaration 2019-2024

JESUS der SALVATOR, wurde Mensch und gab sein Leben aus Liebe für das Heil aller. Er richtete seine Aufmerksamkeit auf die besonders Verwundbaren und die Ausgegrenzten, auf jene, die Unrecht erlitten und als Ebenbild Gottes ihrer Würde beraubt wurden. Er trat gegen Tyrannei und Heuchelei der Verantwortlichen seiner Zeit auf und wich um der Wahrheit und Gerechtigkeit willen dem Kreuz und dem Tod nicht aus.

Bewegt durch den Aufruf von Papst Franziskus, eine Kirche zu sein, die hinausgeht, entschließen wir uns, mit Blick auf das Leben Jesu immer tiefer in unser salvatorianisches Charisma und unsere Spiritualität einzutauchen, damit wir immer bereiter werden, uns an existenzielle und geografische Ränder zu begeben, zu denen Jesus uns lockt.

“Wir Salvatorianische Frauen bauen Brücken der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit mit Menschen in aller Welt”.

Um dem gerecht zu werden, nehmen wir erneut mit aufmerksamem Herzen und kritischem Bewusstsein die Zeichen der Zeit wahr, besonders in unserem konkreten Umfeld.
Wir HÖREN die Hilferufe der ungerecht Behandelten, Vertriebenen, Versklavten, vom Krieg gezeichneten, in die Armut getriebenen, Ausgegrenzten, Einsamen und Verzweifelten.
Wir SEHEN die Leiden jener, die ohne angemessene Unterkunft, ohne Ausbildung oder ohne Gesundheitsversorgung sind und jener, die Religion enttäuschend oder verletzend erfahren haben.
Wir FÜHLEN den Schmerz unserer ‚Mutter Erde‘ und ihre Reaktion auf den Missbrauch, den die Menschheit durch Gleichgültigkeit und Ausbeutung an ihr begangen hat.
Wir SCHMECKEN die Bitterkeit, die von der Härte von Regierungen und von korrupten Geschäftsleuten ausgeht, die Menschen und natürliche Ressourcen kontrollieren und manipulieren, um für sich selbst Gewinn und Macht zu erzielen.
Wir KENNEN die Ungleichheiten und Diskriminierungen, die wir als Frauen erfahren.
Wenn wir mit diesen leidenden Schwestern und Brüdern in BERÜHRUNG kommen, erkennen wir erneut: Es ist unsere ureigenste salvatorianische Berufung, durch unseren Lebensstil, unser Sprechen und unseren apostolischen Dienst die Botschaft vom Reich Gottes zu VERKÜNDEN, die Botschaft der Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.

Gedrängt von unserer Sendung, eine wirksame, prophetische Antwort zu geben, entfalten und vertiefen wir unser salvatorianisches Charisma und unsere salvatorianische Spiritualität:
•  Wir befreien uns von nicht mehr Zeitgemäßem und verleihen unserem apostolischen Zeugnis neuen Ausdruck in dem Kontext, in dem wir leben und wirken.
•  Wir arbeiten innerhalb der salvatorianischen Familie, sowie mit anderen Institutionen und Menschen guten Willens, ob religiös oder säkular, ob öffentlich oder privat partnerschaftlich zusammen, um die Würde alles Lebendigen zu schützen und zu fördern.
•  Wir stärken Führungs- und Leitungsverantwortung unter unseren Mitgliedern, Mitarbeitenden, Jugendlichen und Laien.
•  Wir laden Frauen ein, unser apostolisches Leben auf verschiedene Weise mit uns zu teilen. So entsteht eine Zugehörigkeit in sich ständig erweiternden Kreisen: lokal, regional, national, und international.
•  Wir vertiefen unsere salvatorianische Berufung in allen Phasen unseres Lebens. Dazu ermöglichen wir unseren Mitgliedern berufliche und spirituelle Aus- und Weiterbildung.

Darüber hinaus werden wir den Ursachen für die Verletzung von Menschenrechten auf den Grund gehen und entwickeln Strategien:
•  Wir befähigen Menschen, der Ausbeutung und Versklavung von Frauen und Kindern vorzubeugen bzw. unterstützen Betroffene bei der Überwindung ihrer Traumata.
•  Wir treten in Kontakt mit MigrantInnen, Flüchtlingen und anderen verletzlichen Menschen, um sie zu unterstützen und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die ihre Würde, Sicherheit und Stabilität fördern.
•  Wir benennen das Unrecht, das Mächtige begehen.
•  Wir verkündigen das Evangelium in säkularen Bereichen der Gesellschaft.
•  Wir verstehen uns als Anwältinnen der “Mutter Erde” und ihrer Ressourcen und tragen zu ihrer Gesundung bei.
•  Wir fördern interreligiöse Zusammenarbeit, um gegenseitigen Respekt und Unterstützung voranzutreiben.
•  Wir verwalten unsere Ressourcen durch gut ausgebildete Personen, damit Transparenz und gerechte Verteilung für unsere Sendung gewährleistet sind.

Im Jahr 2018 gedenken wir des 100. Todestages von P. Franziskus Jordan, des 50. Gedenktags der Seligsprechung von Maria von den Aposteln sowie unseres XXI. Generalkapitels. Wir bitten um die Fürsprache unserer Gründer, damit die Jahre 2019-2024 von unserem apostolischen und prophetischen Engagement in unserer interkulturellen Sendung gekennzeichnet sind.