KONGREGATIONSRAT 2016

Feb. 26th – 27th

Wir nähern uns dem Ende des Kongregationsrates. Bevor wir uns den letzten Aufgaben stellen: den Abstimmungen über die sogenannten Generalatsabgaben, die Anzahl der Teilnehmerinnen beim nächsten Generalkapitel und bevor Sr. Edith noch über einige aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten auf Kongregationsebene informiert, besuchen wir die Salvatorschule in Medellin.

IMG_0640Was uns erwartete, hat uns wohl alle überrascht. Seit einem Jahr liefen die Vorbereitungen für unseren Besuch. So war schon der Empfang überwältigend. Buben und Mädchen aus dem Kindergarten begrüßten uns – mit Windrädchen in den Farben unserer jeweiligen Landesfahnen. Sie trugen traditionelle Kleidung und die Burschen ritten auf einem (Stecken-)Pferd. So wurde eine jede von uns die Sporthalle geführt, wo alle Schüler und Schülerinnen versammelt waren. Vom Applaus und von schwungvoller Musik (natürlich in voller Lautstärke – anders geht es in Kolumbien nicht) begleitet, eskortierten uns die kleinen Caballeros (Reiter) zu unseren Plätzen. Dass wir aus den verschiedensten Weltgegenden kommen, hat die Kinder und Jugendlichen offensichtlich beeindruckt. Das Programm war für Kinder wohl lang – aber sie blieben ruhig (auf jedem Fall im Vergleich zur Lautstärke der Musik). Musik und Tanz standen im Mittelpunkt – und die jungen Menschen, die uns die traditionellen Tänze zeigten, beeindruckten uns sehr – und für uns war es sehr kurzweilig. Am Ende machten wir noch eine kulinarische Reise durch Kolumbien. Die SchülerInnen hatten 5 verschiedene Stationen vorbereitet, wo sie uns die jeweiligen Regionen vorstellten und zugleich die jeweiligen Spezialitäten für uns vorbereitet hatten. Alles war mit großer Aufmerksamkeit und Liebe gestaltet – und die Herzlichkeit und Lebendigkeit ansteckend!! Muchas gracias!

IMG_0780Auch der Abend bot noch eine Überraschung. Wir waren zum Gottesdienst und zum Abendessen ins Seminar Mater Redemptoris  (Neokatechumenat) eingeladen. Von den über 80 Seminaristen feierten ca. 60 mit – die „Musikabteilung“ ist beeindruckend: 10 Gitarren sowie 2 Quatros (Gitarren mit 4 Saiten), 2 Querflöten, elektrische Orgel, Trommeln – und kräftige Stimmen. Es war ein beeindruckender, machtvoller Gottesdienst – ebenso das Abendessen im großen Refektorium mit einem wunderbaren Blick über das nächtliche Medellin.

Das Morgengebet vom Samstag, obwohl schon vor dem Treffen vorbereitet, griff nochmals wunderbar Wesentliches vom Kongregationsrat auf. Friede, Glaube, Liebe und Hoffnung standen im Mittelpunkt – und die Bitte, darum, dass wir und die Menschen die Hoffnung nie verlieren – denn sie kann Liebe, Glaube, Frieden neu entzünden. Und wir als Salvatorianerinnen wollen Hoffnungszeichen in dieser Welt sein.

So führte das Gebet gut über in die Evaluierung.

20160228_120628 - CopyWir nahmen uns zuerst persönliche Zeit, um auf die Fragen einzugehen. Der Austausch darüber wurde gleichsam zu einer weiteren Gebetszeit – geprägt von einem tiefen Mitteilen und aufmerksamen Zuhören. Dankbarkeit erfüllte den ganzen Raum.

Am Nachmittag blieb noch Zeit für einen kleinen Ausflug in die Stadt oder einfach um noch das eine oder andere Gespräch zu führen.

So blieb für den Sonntag nur mehr der feierliche Abschluss mit der Eucharistiefeier mit Bischof Tulio Duque SDS, der schon öfter während des Treffens mit uns in sehr geschwisterlicher Weise gefeiert hatte. So ist eine jede einzelne von uns wieder an ihren Ort gesandt – gestärkt durch die neuerliche Erfahrung: Gott geht unsere Wege mit!

GOTT SEI DANK

– und den Mitschwestern hier in Kolumbien, den Übersetzerinnen, den Sekretärinnen –
und vor allem auch den Mitschwestern im Generalat

Feb. 22-25

Feb. 22–25

Wir beginnen die neue Woche mit einer persönlichen Reflexionszeit. Drei Fragen wurden uns mitgegeben im Blick auf alles Gehörte: die Berichte der Einheiten und des Generalats, den Austausch zu den theologischen Impulsen, die Wirklichkeit, die wir hier in Medellin und in unserem Miteinander erfahren – und das Evangelium des Tages (die Frage Jesu an die Jünger: „für wen halten mich die Menschen?).

  •       Welche Einsichten habe ich gewonnen?
  •       Was habe ich über mich gelernt?
  •       Und was würde ich über mich sagen, wer ich bin?

Für die Antworten fanden wir kreative Ausdrucksweisen, die wir einander vorstellten. Ein bewegender Austausch.

3Am Nachmittag begannen wir dann mit dem letzten Schritt: HANDELN. Wir gingen von uns selbst aus: was ist der nächste Schritt für mich persönlich? Zu welcher Umkehr bin ich aufgefordert, um authentisch als Salvatorianerin zu leben? Das tauschten wir jeweils zu zweit aus, bevor wir uns dann miteinander der Frage zuwandten: und was ist der nächste Schritt für uns als Kongregation? Auf den ersten Blick waren die Antworten sehr vielfältig – dahinter zeigt sich die große Gemeinsamkeit: wir wollen ein heilendes befreiendes Zeugnis für den Gott des Lebens geben. Immer wieder fiel auch die Aufforderung von Papst Franziskus „an die existentiellen Peripherien“ zu gehen.

So näherten sich am Dienstag die Vorschläge für das Thema des nächsten Generalkapitels schnell an – die genaue Formulierung liegt dann beim Generalat. Diese letzten Tage des Kongregationsrates sind von konkreten Entscheidungen geprägt. So stand am Mittwoch das Thema Einsatz gegen Menschenhandel im Mittelpunkt. In allen Kontinenten ist das Engagement gegen Menschenhandel gewachsen – nicht zuletzt eine Frucht des internationalen Treffens vom August 2015. Konkrete Projekte werden fortgesetzt – bzw. begonnen in den einzelnen Einheiten oder auf kontinentaler Ebene.

Am Donnerstag nahmen wir uns ebenfalls in den „Kontinentalgruppen“ Zeit, um laufende Projekte/Prozesse zu evaluieren, um zu überlegen, wie wir den theologischen Reflexionsprozess in den Kontinenten bzw. in den einzelnen Einheiten fortsetzen können und dabei alle Schwestern mit einbeziehen können.

In den Morgengebeten begleiteten uns in diesen Tagen die fünf Prioritäten des letzten Generalkapitels, die von den Schwestern sehr kreativ aufgegriffen wurden. Am Donnerstag zelebrierte Bischof Fidel Leon Cadavid, der 9 Jahre lang Bischof in dem armen und immer wieder von Gewalt erschütterten Gebiet von Chóco war. Er setzte sich dort sehr für Friedensarbeit ein und ist den kolumbianischen Schwestern sehr verbunden. Heute ist er Bischof in Rio Negro. 

Feb. 21

Feb. 21

Sonntag! Festtag und Ruhetag für uns J. Zeit zum Lesen, Beten, Gespräche führen – nochmals vorüberziehen zu lassen, was wir die letzten Wochen erlebt haben.

2016-02-21 16.18.16Und manche machen sich auf den Weg obwohl es schüttet. Quer durch die Stadt Medellin in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit geht es zu einer Pfarre der Salvatorianer, „Maria, Königin der Apostel“. Vor 10 Jahren war dieses Viertel noch von großer Gewalt geprägt, vor allem unter den Jugendbanden. Drei – vier Tote pro Woche waren keine Seltenheit. Durch die Zusammenarbeit von Stadt, Kirche und anderen Organisationen, hat es sich sehr zum besseren gewandelt. Durch ein staatliches Förderungsprojekt konnten sich viele Familien einfache Häuser bauen. Ein Haus für 2 Familien. Für unsere (mitteleuropäischen Begriffe) sind die Häuser winzig und sehr einfach. Und in einem dieser Häuser wohnen die Salvatorianer. Wir zweifelten daran, ob wir alle 18 überhaupt in diesem Haus Platz haben könnten, in dem sich auch noch das Pfarrbüro befindet. Aber es war möglich. P. Gabriel, der Pfarrer, hieß uns mit Obst, Kaffee und Tee willkommen. Er zeigte uns auch die einfache und zugleich sehr einladende Kirche und erzählte ein wenig über die Situation.

Von dort ging es wieder in die Stadt zur Kathedrale. Auf dem Weg tut sich immer wieder der große Gegensatz von arm und reich auf. Schließlich die wunderschöne Kathedrale: Basílica de Nuestra Señora de la Inmaculada Concepción. Mit 5000 m² Fläche und einer Höhe von 53 m ist sie der größte Lehmziegelbau der Welt. Die ersten Planungen für eine Kathedrale gehen auf das Jahr 1868 zurück und sie wurde im Jahr 1931 geweiht.

Wir kamen gerade zu einem wunderbaren Orgelkonzert zurecht – zumindest zu den letzten 10 Minuten. Wunderbar. Am Weg zurück zum Bus – unmittelbar bei der Kathedrale – standen einige Frauen, die als Prostituierte arbeiten – und wieder Armut und der Geruch von Drogen. Ja – es ist eine sehr gegensätzliche Stadt. 

Feb. 17-20

Feb. 17–20

Das Morgengebet am 17. Februar stellte nochmals das Thema des Kongregationsrates in die Mitte: „Wir salvatorianische Frauen –Apostel unserer Zeit“. Die Berufung der Jünger im 3. Kapitel des Markusevangeliums begleitete uns: Jesus ruft die zu sich, die er bei sich haben will – und die er dann aussendet, um zu lehren und um zu heilen. Es ist immer diese Bewegung des „Bei-IHM-Seins“ und vom „Gesandt-Werdens“ – um dann wieder zu ihm zurückzukehren. Diese Bewegung kennzeichnet unser Leben.

An diesem Tag gab das Generalat einen Überblick über die Kontinentaltreffen – und was dort entwickelt wurde. Überall hat sich die Zusammenarbeit verstärkt. Aus der Zusammenarbeit der 4 amerikanischen (Nord- und Südamerika) entsteht sogar eine neue Niederlassung in Guatemala, wo die Patres/Brüder und die salvatorianischen Laien bereits vertreten sind. Mit dem Einsammeln der „Perlen“ der vergangenen 10 Tage schlossen wir den 1. Schritt des Prozesses ab: Das Sehen, Hören, Wahrnehmen. Der Nachmittag in der Stille hat sehr gut getan.

Am 18. Februar begannen wir mit dem 2. Schritt: Urteilen: Wir sind dabei, uns ein gemeinsames Bild zu verschaffen über das Gehörte und was es bedeutet. Den Tag begannen wir mit einem Bibelgespräch in kleinen Gruppen zu Lukas 4,16-22. In unserer Verschiedenheit war das ein großes Geschenk.

Danach beschäftigten wir uns – je nach Kontinent – mit einem Artikel, in dem aktuelle Entwicklungen in der Theologie des Ordensleben im jeweiligen Kontext beschrieben ist. Dieser Input von außen war sehr anregend und wichtig. Spannend war dann das Gespräch mit Mitschwestern aus anderen Kontinenten – um das Gemeinsame und Unterscheidende zu benennen.

IMG_0519Der nächste Tag führte uns noch einen Schritt weiter. Sr. Annette Havenne SM begleitete uns durch den Tag. Sie stammt ursprünglich aus Belgien, lebt aber nun seit 40 Jahren in Brasilien. Im Morgengebet stellte sie uns 5 biblische Frauengestalten vor, die uns begleiten können und die uns gleichsam zu einer Ikone werden für unsere Situation, in der wir stehen. Für Europa stellte sie uns Noomi vor – als Zeichen der Hoffnung, auch wenn Noomi alt geworden ist und sowohl ihren Mann als auch ihre beiden Söhne verloren hat – aber letztlich hält sie wieder ein Kind auf ihrem Schoß. Rebekka begleitet die Schwestern in Afrika – als Ikone für den Mut in der Berufung: vieles loszulassen und zum Wohl des Reiches Gottes Grenzen zu überschreiten. Den Schwestern in Lateinamerika stellte sie Lydia an die Seite: sie steht für Sendung, für das Hören des Wortes Gottes und eine Frau, die Gemeinschaft initiiert. Die Samariterin am Jakobsbrunnen schlägt sie den Schwestern in Asien vor – als Zeichen von interkulturellen Beziehungen, in denen Unterschiede akzeptiert, ja begrüßt werden. Und für Nordamerika stehen die Frauen in der Nachfolge Jesu, die eine neue Weise von „Leadership“ leben und liebevoll teilen, was sie haben. Es war ein sehr berührendes Gebet, das auch in den Morgen hineinwirkte. Sr. Annette gab uns einen Bezugsrahmen für unser Arbeiten, indem sie die Entwicklung der Kirche und des Ordenslebens seit dem 2. Vatikanum kurz skizzierte und auch Entwicklungen in den einzelnen Kontinenten darstellte.IMG_0570

Mit diesen Impulsen von außen setzten wir unser Arbeiten fort: mit Blick auf die Wirklichkeit, die uns umgibt insbesondere mit Blick auf die „existentiellen Peripherien“, zu dem uns Papst Franziskus aufruft: wozu sind wir aufgerufen, um in unserer Welt prophetische Zeuginnen des Evangeliums zu sein: Was gilt es zu lassen? Was gilt es zu stärken? Was gilt es zu beginnen? Wie werden wir selbst zu einem prophetischen Zeichen in unserer Welt?

IMG_0593 Der Abend hielt dann eine spezielle Begegnung bereit. Die Salvatorianischen Laien von Medellin hatten den Gottesdienst vorbereitet – das zeigte sich vor allem in der kraftvollen und lebendigen musikalischen Gestaltung. Und der Provinzial der Salvatorianer in Kolumbien stand der Eucharistie vor. Das herzliche Miteinander setzten wir mit einem gemeinsamen Abendessen fort – begleitet von typischer kolumbianischer Musik. Musik, Rhythmus – das ist den Menschen hier in jede Zelle eingeschrieben. Die Salvatorianischen Laien in Kolumbien feierten heuer ihr 25-jähriges Jubiläum und setzen sich vor allem für den Versöhnungsprozess im Lande ein. 

Feb. 15-16

Feb. 15 – 16

IMG_0459Unser Logo für den Kongregationsrat ist fast vollendet: die Symbole des Weges und des Kreuzes haben uns in den letzten Morgengebeten begleitet – diese beiden Zeichen stehen auch für unseren Blick auf die verschiedenen Einheiten unserer Kongregation. Das Generalat gab gestern seinen Bericht und heute folgte der Finanzbericht.

Der Rückblick auf die vergangenen drei Jahre zeigt, dass wir als Kongregation auf dem Weg sind. Einerseits auf dem Weg zu den Menschen – vor allem zu den Armen oder jenen, die nach Sinn suchen. Die jüngeren Einheiten sind auf dem Weg, hin zu einer größeren Selbständigkeit und haben dabei viel erreicht. Und wir gemeinsam sind auf dem Weg zu größerer Solidarität unter einander.

Das Generalat hatte seinen Bericht nach den 5 Prioritäten des 20. Generalkapitels strukturiert

  1. Die Vertiefung der apostolischen salvatorianischen Identität
  2. Der Augenmerk auf eine ganzheitliche Aus- und Weiterbildung in allen Lebensphasen – entsprechend der jeweiligen Realität (Kontext)
  3. Die Verstärkung der Zusammenarbeit innerhalb der Kongregation und mit anderen
  4. Die Entwicklung von Strukturen, die unserer Sendung entsprechen
  5. Und die Erstellung eines Finanzplans sowie die finanzielle Selbständigkeit aller Einheiten
    in einer Kultur der Solidarität

In allen Bereichen konnten wichtige Fortschritte erzielt werden. Zugleich gibt es natürlich bleibende Herausforderungen. In allem wurde deutlich: das Kreuz ist nicht der Endpunkt – die Auferstehung hat das letzte Wort.

Die letzten beiden Tage haben eine große Dankbarkeit hervorgerufen: Dankbarkeit gegenüber den Schwestern, die im Dienst der Leitung der Kongregation stehen: Sr. Edith Bramberger, Sr. Maria Yaneth Moreno Rodriguez, Sr. Lilly Kurian, Sr. Marion Etzel, Sr. Teresa Schlackl – und Sr. Martha Gloria Mesa Garcés.

DANKE 

Feb. 11-13

Feb. 11-13

IMG_0360Schön, dass an unserer Reise so ein Interesse besteht, dass wir schon Anfragen bekommen haben, wie es denn nun weiterging. Sehr konzentriert und intensiv ging unsere Reise weiter. In unsere Morgengebeten richtete sich unsere Aufmerksamkeit auf unsere Mitwelt – auf die Bewahrung der Schöpfung und auf die Not von Menschen, die leiden – und darauf, dass wir als salvatorianische Frauen aufgerufen sind, auf die Zeichen der Zeit zu antworten.

Wie wir das tun, das zeigte sich bei unseren weiteren Besuchen: in Polen, Südtirol, Rom, Belgien, im Heiligen Land und in Jordanien. Dann tauchten wir tief ein in den afrikanischen Kontinent nach Tansania und in den Kongo (diesen Bericht musste allerdings Sr. Yaneth vom Generalat geben, da Sr. Melpomène sich noch irgendwo zwischen Lubumbashi und Medellin bewegte). Weiter ging es nach Asien – wir besuchten die Philippinen und beendeten unsere Reise mit Sri Lanka und Indien. Auch hier musste eine Mitschwester aus dem Generalat einspringen, weil Sr. Rani und Sr. Deepa aufgrund der Visaprobleme noch nicht hier sein konnten.IMG_0388

Diese salvatorianische Weltreise zeigte den vielfältigen Einsatz der Schwestern weltweit in einer sehr lebendigen Weise. Unser Charisma der Universalität ermöglicht uns, auf die Not zu antworten, die uns entgegen kommt. Immer mehr wird das Anliegen deutlich, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Es werden auch die Früchte ganz klar sichtbar, die eine gute Ausbildung (sowohl Ordensausbildung als auch Berufsausbildung) hervorbringen.

Den freien Samstagnachmittag nutzten manche, um sich auszuruhen, um Berichte zu schreiben, um mit einander ins Gespräch zu kommen – oder um die Stadt Medellin etwas mehr zu erkunden. Sehr viel hat sich in den letzten 15 Jahren hier zum Guten gewendet – und trotzdem leben noch sehr viele Menschen hier in großer Einfachheit und viele großer Armut. Die Stadt hat eine Seilbahn bzw. eine Rolltreppe (!) gebaut, um die Armenviertel auf den Hügeln, besser an die Stadt anzubinden. Und in einem ehemals berüchtigten Viertel, konnte die Gewalt stark gemindert werden, indem Jugendliche in Kunstprojekte (Graffiti) eingebunden wurden. 

10/02

10/02

Aschermittwoch. Ob es ein Zufall war, dass heute das Element Feuer beim Morgenlob im Mittelpunkt stand? P. Jordan hat uns aufgetragen: „dort im Gebet sollt ihr das Feuer holen“ – das meint die Begeisterung, die Kraft, die Leidenschaft für das Leben. Der Aschermittwoch, der Beginn der österlichen Bußzeit, lädt uns ein, innezuhalten und uns neu auf Gott hin auszurichten. Ansonsten hüten wir nur mehr die Asche. Die Sehnsucht war spürbar, dass wir uns dem Geist Gottes mehr und mehr öffnen und uns von ihm begeistern lassen.

Unsere Salvatorianische Reise führte uns heute nach Österreich und nach Malaysien. Auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Einheiten – und doch erstaunlich, welche Gemeinsamkeiten sich zeigten.

Am Nachmittag hatten wir frei – und einige nützten die Gelegenheit um Medellin ein wenig zu erkunden – mit Hilfe unserer kolumbianischen Mitschwestern. Der Aschermittwoch war hier sehr präsent – verhältnismäßig viele Menschen waren mit dem deutlich sichtbaren Aschenkreuz unterwegs. Unser Kurzausflug führte uns in sehr unterschiedliche Gegenden: durch die eher ärmeren und einfachen Viertel, wo die Schule unserer Schwestern liegt, in das Zentrum der Stadt, wo die charakteristischen Figuren des Künstlers Fernando Botero zu finden sind.  Weiter auf einen Ausflugshügel und schließlich auch in die reicheren Gegenden, wo die Wohnhäuser von Mauern und Sicherheitsdiensten bewacht werden. Die Lebendigkeit war im Zentrum und im Viertel, wo unsere Schwestern leben spürbar.

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09/02

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Wir beginnen unsere Reise: rund um die Welt – und in unsere „Innenwelt“ als Salvatorianerinnen. Im Morgengebet vertiefen wir das Verständnis unserer Identität. Heute spüren wir unseren biblischen Wurzeln nach: Jh. 17,3; Mt. 28,19; Mk. 16,15 und Dn. 3,8 (wer Interesse hat, nachzulesen J).

Die Berichte der Schwestern führten uns von Kolumbien nach Brasilien (Sao Paulo und Santa Caterina) in die USA und weiter nach Italien und Deutschland. Aus der Fragestellung, was uns hilft, unsere Salvatorianische Identität zu vertiefen und unsere Solidarität mit der leidenden Welt zu leben, suchen wir Elemente, die uns in unserem Leben und unserer Sendung stärken.

08/02

08/02

Was fällt dir/Ihnen ein zu Kolumbien? Zu Medellin? Sr. Edith Bramberger, Generalleiterin, erinnert an die Erklärung der lateinamerikanischen Bischöfe, die hier in dieser Stadt 1968 verfasst wurde und einen Neuaufbruch darstellt. Die Kirche soll eine Kirche der Armen sein. Verheißung und Vorgabe für unser Treffen.

Und so stimmen wir uns betend ein. Bitten darum, dass uns der Heilige Geist leitet, teilen mit einander, was uns in unserer salvatorianischen Identität wesentlich ist und wie die Schwestern in den verschiedenen Kontinenten unsere Identität beschreiben. Sr. Edith übergibt uns schließlich den sogenannten „Pakt“, den P. Jordan mit Gott geschlossen hat. Er stellt sich ganz in den Dienst Gottes – und vertraut zutiefst darauf, dass Gott ihn leiten und ihm beistehen wird. So starten wir.

Sr. Marlene Weisenbeck FSPA (USA) wird uns als Moderatorin in diesem Treffen begleiten. Sie bringt vielfältige Erfahrungen und reiches Wissen mit. An den Anfang stellt sie die Einladung, zu hören. Ein Hören, das Demut verlangt und die Aufgabe von Gewissheiten – damit die Weisheit und das innere Wissen zum Vorschein kommen kann. Mit anderen Worten, dass der Heilige Geist wirken kann.

Ein guter Start in das Treffen. Zumal auch Sr. Sophie aus Tanzania und Sr. Alona von den Philippinen mittlerweile angekommen sind. Drei weitere Schwestern (aus Indien, Sri Lanka und dem Kongo) kämpfen noch mit den Behörden, die es äußerst schwierig machen, ein Visum zu bekommen – und sei es ein Transitvisum für Europa. Tja – die große freie Welt gibt es nur für wenige. Wir haben noch viel zu tun …. gemeinsam mit anderen, denen die gleiche Würde aller Menschen wichtig ist.IMG_0243IMG_0267